10.10.2017
von Hans Gäng

CEE: Talente für Wachstum und Innovation gesucht

Das Edubiz-Symposium auf der Hungary Automotive 2017 diskutiert Personalstrategien in der Automobilindustrie.

Mittel- und Osteuropa haben sich zu einem Drehkreuz des globalen Automobilsektors  entwickelt. Neue Zahlen machen die Rolle der Region in der Wertschöpfungskette insbesondere der deutschen OEMs deutlich: Allein in den vier Visegrad-Staaten Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn produzierten deutsche Hersteller laut VDA im vergangenen Jahr ca. 1,7 Millionen Fahrzeuge – also fast 17 Prozent der gesamten deutschen Auslandsproduktion und damit mehr als in den USA, Mexiko und Brasilien zusammengerechnet. Für die Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa ist die Automobilwirtschaft zum dynamischen Treiber bei Wachstum, Export und auch der Beschäftigung geworden. Für die OEMs und Zulieferer werden aber die Fachkräfte knapp.

Wie Qualifizierungsstrategien diesen Engpass beheben können und welche Rolle dabei Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen im Rahmen dualer Bildungsprojekte spielen, das ist das Thema des edubiz-Symposiums, das am 19. Oktober 2017 auf der Fachmesse Automotive Hungary stattfindet.

edubiz: Dialog zwischen Bildungssektor und Unternehmen

edubiz steht für „Education meets Business” und ist eine Plattform für den Dialog zwischen Unternehmen, dem Bildungssektor und Talenten. Ins Leben gerufen wurde edubiz vom Stuttgarter Medienunternehmen local global.  In Deutschland  finden edubiz-Veranstaltungen seit 2010 auf großen Messen wie der GlobalConnect oder der Bildungsmesse didacta statt. Mit dem Auftritt in Budapest feiert das Format seine internationale Premiere. Das Event ist eine gemeinsame Initiative von local global und CEEPUS (Abkürzung aus dem engl. Central European Exchange Program for University Studies).

In Budapest will edubiz zu gemeinsamen Projekten zwischen Unternehmen und Universitäten sowohl bei der dualen Bildung als auch bei Forschung und Entwicklung anregen. Über CEEPUS, das Bildungsnetzwerk der Region und Partner der Veranstaltung, bringen sich mehr als 50 Universitäten aus 14 Ländern in ein neues Dialog-Format und in eine Diskussion mit der Automobilindustrie ein. Zusätzlich spricht edubiz Studierende, junge Forscher und Young Professionals an, die auf der Veranstaltung im Gespräch mit den Unternehmen neue Chancen und Perspektiven für Ausbildung und Karriere vor Ort entdecken können.

Die Beiträge auf dem Symposium am 19. Oktober 2017 stellen die rasche Entwicklung und die Herausforderungen der Automobilwirtschaft in der ganzen Region, vor allem aber in Ungarn selbst in den Vordergrund. “Ungarn geht es darum, nicht mehr eine verlängerte Werkbank zu sein, sondern genauso hochwertige Aktivitäten wie in Stuttgart oder München aufzubauen”, sagt Ungarns Minister für die Hochschulen, Prof. Dr. László Palkovics. Er hat selbst viele Jahre die Forschung und Entwicklung bei Knorr-Bremse geleitet und eröffnet das Symposium. “Ungarn will ein Innovationshub für die Automobilindustrie sein. Dafür haben wir alle Fähigkeiten im Land.”

Deutsche Unternehmen erweitern ihre Standorte in Ungarn

Auf der Veranstaltung am 19. Oktober berichten, des Weiteren, AUDI, Bosch und Daimler, die in Ungarn große Investitionen getätigt haben und zu den wichtigsten industriellen Arbeitgebern des Landes zählen, über ihre Personal- und Qualifizierungsstrategien vor Ort. Alle drei Unternehmen haben die betrieblichen Aktivitäten im Bereich der dualen Ausbildung und auch die Zusammenarbeit mit den Hochschulen bei dualen Studiengängen erheblich erweitert. Daimler will seine Belegschaft am Standort Kecskemet nahezu verdoppeln. Bosch hat sein Budapester Entwicklungszentrum für Mobility Solutions auf nahezu 2000 Mitarbeiter aufgestockt.

Den möglichen Beitrag der Hochschulen zur Entwicklung der Automobilwirtschaft in der Region leisten auf dem edubiz-Symposium Vertreter der Budapest University of Technology and Economics (BME, Ungarn) und der Universität von Maribor (Slovenien) deutlich. Darüber hinaus nutzt CEEPUS selbst die Veranstaltung in Budapest, um in den 14 Mitgliedsländern auch einen Essay-Wettbewerb zu starten. Studenten und Absolventen werden dabei zum Ausdruck ihrer Ideen zu der intelligenten Zukunft der Mobilität und der Produktion eingeladen.

In einem anschließenden Networking können Studierende schließlich den direkten Kontakt zu den Personalverantwortlichen aus den Unternehmen aufnehmen.

Hungary Automotive: Große Business-Foren, weltweit erfolgreiche Aussteller

Automotive Hungary ist eine Fachmesse der Hungexpo in Budapest mit über 200 Ausstellern aus 10 Ländern und rund 10. 000 Fachbesuchern. In den Business-Foren bringen sich die globalen Brands der Industrie ein. Ein Highlight der Messe ist das “Automotive – Techtogether” – ein technischer “Hackathon”, in dem Studierende an den drei Messetagen Projekte entwickeln und einer Fachjury präsentieren werden.

Besucher des kostenlosen edubiz-Symposiums erhalten freien Zugang zu Messe und können sich dafür unter http://automotivexpo.hu/en/edubiz registrieren.

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